Marktplatz
Beginnen wir diese Tour am Marktplatz, einem beliebten Treffpunkt in Weimar. Viele berühmte Leute waren hier zu Hause. Der Renaissancemaler Lucas Cranach lebte in einem der Gebäude in der Nähe des Platzes. Aber es sind vor allem die Klassizisten, die die Besucher anziehen. Weimar ist eine Stadt der Fußgänger und alle Sehenswürdigkeiten liegen nah beieinander. Die Architektur spiegelt die feudale Zeit der Stadt wider.
Am Theaterplatz treffen wir auf das Goethe- und Schiller-Denkmal, zwei der größten Klassizisten Deutschlands. Der Weimarer Klassizismus lässt sich in der Herzoginwitwe Anna Amalia nachweisen, die viele glänzende Versammlungen veranstaltete, an denen auch Goethe und Schiller teilnahmen. Die beiden Schriftsteller sind heute eine der Hauptattraktionen des Platzes und stehen hoch wie ein Denkmal vor dem Nationaltheater.
Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich das Haus der Weimarer Republik. Hier traf sich die Nationalversammlung 1919, um über die Zukunft Deutschlands nach dem Ersten Weltkrieg zu beraten. Die Republik Weimar wurde hier nach der Niederlage Deutschlands und dem Untergang des Deutschen Reiches geboren. Es war Deutschlands erster Versuch, eine Demokratie aufzubauen, doch dieser wurde schließlich durch die Machtübernahme der NSDAP im Jahr 1933 zerstört. Die Geschichte der Weimarer Republik wird in dem renovierten Gebäude erzählt, das zugleich ein Forum für Demokratie ist.
Folgen Sie Ihren Füßen zur St. Peter und Paul-Kirche, der wichtigsten Kirche in Weimar. Sie wurde auf den Fundamenten einer Kirche aus dem 13. Jahrhundert errichtet und im 16. Jahrhundert im gotischen Stil erbaut. Im 16. Jahrhundert wurde sie zum lutherischen Glauben bekehrt und Martin Luther selbst predigte dort. Der berühmte Theologe Johann Gottfried Herder, der ihr Superintendent war, ist in der Kirche begraben, ebenso wie Herzogin Anna Amalia. Vor der Kirche können Sie das Herder-Denkmal sehen, das dem Geistlichen 1850 gewidmet wurde.
Dann kommen wir am Weimarer Schloss vorbei, einst die Residenz der Herzöge von Sachsen-Weimar und Eisenach. Ursprünglich als mittelalterliche Burg erbaut und im 10. Jahrhundert erstmals erwähnt, wurde es nach mehreren Bränden umgebaut und zu einem Wohnschloss umgebaut. Es dauerte etwa 500 Jahre, bis es seinen heutigen Zustand erreichte.
Dann gelangen wir zum Demokratieplatz, der früher Herzogsplatz hieß. Sehr passend, da er von königlichen Gebäuden umgeben ist: In diesem Bereich befinden sich die sogenannten roten und gelben Paläste oder das Haus, in dem Herzog Karl August lebte.
Daneben befindet sich die Anna-Amalia-Bibliothek, ein kleines Palais, das bereits jahrhundertelang eine schöne Bibliothek beherbergte. Die Herzoginwitwe Anna Amalia, deren Namen sie trägt, förderte die Bibliothek maßgeblich und viele Schätze sind hier zu finden. Darunter ein Dokument, das einen ersten Hinweis auf Wolfgang von Goethes Anwesenheit in der Stadt bietet. Er betrieb jahrzehntelang eine Bibliothek.
Direkt neben der Anna-Amalia-Bibliothek wurde im 18. Jahrhundert der Park an der Ilm angelegt. Er ist bekannt für seine wertvollen Bäume und architektonischen Juwelen wie die Ruinen des Tempelherrenhauses. Goethe war auch an der Gestaltung des Parks beteiligt. Seine ersten Jahre in Weimar verbrachte er in einem sehr schönen Haus am Park, das er von Karl August geschenkt bekam.
Unser nächster Halt ist Goethes Haus am Frauenplan, das nach 1782 zu seiner neuen und eindrucksvolleren Residenz wurde. Viele der Räume sehen hier genauso aus wie in den letzten Lebensjahren des Dichters. Das Arbeitszimmer, in dem er Werke wie Faust schrieb, ist unverändert. Goethe blieb bis zu seinem Tod im Jahr 1832 in Weimar.
Ein weiterer interessanter Ort ist das Liszt-Haus, in dem der Komponist Franz Liszt viele Sommer verbrachte, als Geschenk des örtlichen Herzogs. In seinem Haus in Weimar unterrichtete der Komponist junge Pianisten aus ganz Europa kostenlos.
Der nächste Halt ist Friedrich-Schiller-Haus. Eine Versammlung brachte Schiller und Goethe zusammen. Als die beiden sich trafen, lud Goethe ihn, beeindruckt von Schiller, nach Weimar ein. Von diesem Moment an bestand eine intensive kreative Verbindung zwischen ihnen.
Abschließend bringen wir Sie zu Ihrer Bequemlichkeit zurück zum Marktplatz.