Karlstor
Bei dieser abendlichen Stadtführung tritt man aus dem Dunkel der Vergangenheit: Schauspieler in historischen Kostümen holen die Münchner Stadtgeschichte in unsere Gegenwart. Aufwendig recherchierte Fakten und unterhaltsame Geschichten werden von professionellen Schauspielern inszeniert. Sie entführen den Besucher in eine längst vergessene Welt voller Leben und Schicksal. Stadtgeschichte wird hautnah erlebbar und spürbar.
Henker, Huren, Hexen, was hatten diese drei „Berufsgruppen“ in München gemeinsam? Nun, Henker hatten in Münchens Frühgeschichte nicht nur in der Fragstatt und auf dem Galgenbergl ihr Betätigungsfeld, sie waren auch die Zuhälter! Diese beliebte Stadtführung dreht sich um Hexenverfolgung, Prostitution, Folter und Hinrichtungen. Warum fliegen Hexen zum Beispiel auf einem Besen? Und warum lag der Hauptplatz außerhalb der Stadt?
Unsere Stadtführung beginnt am Neuhauser Tor, wo die Delinquenten aus der Stadt zur Hinrichtung geführt wurden. Über die historische Salzstraße gelangen wir zum ehemaligen Jesuitenkolleg, direkt in die Zeit der Hexenverfolgungen. Eine Diskussion zwischen der Herzogin Renata und dem Jesuitenpater Ignatius entführt uns ins dunkle 16. Jahrhundert: Als beim Bau der Kirche St. Michael der Turm einstürzte, war klar, „dass solche verdammten Gewitter von den bösen bösen Weiber verursacht werden“.
Doch nicht nur Hexen wurden hingerichtet, wir hören die traurige Geschichte vom unglücklichen Goldschmied am schönen Turm.
Ein kräftiger Windstoß führt uns im Rahmen der Stadtführung zum Wahrzeichen Münchens, der Frauenkirche, wo wir den Leibhaften selbst begegnen: Wir erfahren, warum der Teufel dem Baumeister beim Bau dieser Kirche half und warum es hier so windig ist, sowie die Antwort auf jene globale Frage, welche Schuhgröße der Teufel hat.
Die Hexengeschichten erzählen von Hexensalben, Besenritten, Krötenzungen und Kinderhänden, die uns in den prachtvollen Innenhof führen, wo der Alchemist Marco Bragadino auf uns wartet. Der angebliche Goldschmied versucht, seine Kunst schmackhaft zu machen. 1591 wurde er auf dem Münchner Marktplatz hingerichtet, fünfmal musste der Henker zuschlagen, bis er den Kopf vom Oberkörper getrennt hatte! Zeitgleich wurde in München das renommierte Frauenhaus geschlossen, die Prostitution hatte im Zeitalter der Gegenreformation einen schweren Stand.
Am Alten Rathaus durchqueren wir auf unserem Stadtrundgang die ehemalige Folterkammer mit schaurigen Geschichten und gelangen in die Alte Hofhaltung, wo uns der Wittelsbacher Prinz Albrecht seine Braut Agnes Bernauer vorstellt.
Der Justizmord an der Bernauerin führt uns schließlich aus dem düsteren Mittelalter in die jüngste Vergangenheit, die 1970er Jahre. Bis zu den Olympischen Spielen 1972 war am Platzl das Münchner Rotlichtviertel beheimatet, das die Spider Murphy-Gang im „Skandal im Sperrgebiet“ besang.