Colonia di San Leucio di Caserta
Nach dem Besuch des Königspalastes von Caserta, bevor wir das mittelalterliche Dorf „Caserta Vecchia“ erreichen, machen wir einen Zwischenstopp, um den berühmten Büffelmozzarella zu probieren.
Das weiße Gold von Caserta: Die Geschichte des Mozzarellas
Mozzarella ist weltweit für seinen einzigartigen Geschmack bekannt, der durch die ausschließliche Verwendung von mediterraner Büffelvollmilch entsteht. Er ist das Symbol der Provinz und das beliebteste Souvenir für alle, die im Ausland leben und den Geschmack unseres Landes genießen möchten.
Angekommen in Caserta Vecchia (einem Ortsteil von Caserta), einem mittelalterlichen Dorf an den Hängen der Tifatini-Berge auf 401 Metern über dem Meeresspiegel und 10 km von Caserta (nordöstlich) entfernt, obwohl die Luftlinie nur 4 km beträgt. Im Mittelalter war es das Zentrum von Caserta. Seit 1960 zählt es zu den italienischen Nationaldenkmälern. Die Ursprünge von Casertavecchia sind noch immer ungewiss, doch laut einer Schrift des Benediktinermönchs Erchemperto (Historia Langobardorum Beneventanorum) gab es bereits 861 n. Chr. einen städtischen Kern namens Casa Hirta (lat.: „Dorf im oberen Bereich“).
Das Dorf hat im Laufe der Geschichte verschiedene Herrschaften erlebt.
Ursprünglich war es eine langobardische Herrschaft: Landolfo di Capua nahm die Stadt nach dem Tod seines Vaters, Graf Landone, in Besitz; doch sein Onkel Pandone, der Raptor, konnte sie an sich reißen. Nach 863 wurde Casertavecchia von Landolfo, dem Sohn des Rapace, besetzt. Doch erst 879 beginnt mit Pandolfo, dem anderen Sohn des Rapace, die Reihe der Grafen von Caserta.
Nach den Sarazenenangriffen und der Verwüstung der Städte in der Ebene fanden die Einwohner und Geistlichen der umliegenden Gebiete, insbesondere die der verschwundenen Stadt Calatia, im von den Bergen geschützten Casertavecchia Zuflucht. 1062 begann die normannische Herrschaft, die der Stadt mit dem Bau der heutigen Kathedrale, die dem Erzengel Michael geweiht ist, ihren Höhepunkt ihrer Blütezeit bescherte. Nach wechselnden Wechselfällen gelangte das Dorf unter Riccardo di Lauro (1232–1266) unter schwäbische Herrschaft, was die Bedeutung des Ortes auch politisch steigerte. 1442 fiel das Dorf unter aragonesische Herrschaft, womit sein langer und fortschreitender Niedergang begann: Nur der Bischof und das Seminar blieben in Casertavecchia. Mit der Machtübernahme der Bourbonen und dem Bau des Königspalastes wurde Caserta zum neuen Zentrum aller Aktivitäten auf Kosten von Casertavecchia, wohin 1842 auch der Bischofssitz verlegt wurde. 1960 wurde die Siedlung Caserta Vecchia in die Liste der italienischen Nationaldenkmäler aufgenommen. Seitdem erlebt das Land eine allmähliche Rückkehr des Interesses, vor allem im Zusammenhang mit dem Tourismus.