Jose Franco Museumsdorf
Das José Franco-Museumsdorf, José Francos typisches Dorf, typisches Dorf der Region Sobreiro oder einfach Saloia-Dorf. Alle diese Namen verweisen auf die kleine Region Sobreiro zwischen Ericeira und Mafra, in der sich eines der bekanntesten Museumsdörfer des Landes befindet.
Die Geschichte des kleinen Dorfes geht auf die Geburt des Töpfers José Franco im Jahr 1920 zurück. Sein Vater war Schuhmacher und seine Mutter Porzellanhändlerin, die Tonwaren von Tür zu Tür sowie auf vielen Messen und lokalen Märkten verkaufte. Da Sobreiro ein wichtiges Zentrum für Töpferei war, war José Franco schon in jungen Jahren mit dem Handwerk vertraut. Noch als Kind verließ er die Grundschule, lernte das Handwerk bei zwei lokalen Töpfermeistern und arbeitete mit 17 Jahren selbstständig. Damals restaurierte er die Töpferwerkstatt seines Großvaters, die nicht mehr genutzt wurde.
Anfang der 1960er Jahre verwirklichte José Franco seinen Traum, ein ethnografisches Dorf zu erschaffen, in dem seine Kindheitserinnerungen und die Lebensweise der Einheimischen lebendig werden sollten, als Hommage an sein Heimatland. Sein Dorf sollte aus zwei Teilen bestehen: Es sollte eine Nachbildung der alten Werkstätten und Läden sein, der Wohnräume, geschmückt und ausgestattet mit echten Gegenständen, wo die Bräuche und Arbeitstätigkeiten, die ein wesentlicher Bestandteil seiner Kindheit und des Landlebens in der Region Mafra waren, nachgestellt werden sollten. Gleichzeitig sollte das Dorf einen Spielbereich für Kinder umfassen, voller Miniaturhäuser und -bewohner, die die Tätigkeiten von damals darstellen sollten: Landarbeit, Zimmerei, Windmühlen, Kapellen, Lebensmittelgeschäfte, Weingüter, Bauerntum und sogar eine Nachbildung des Fischerdorfs Ericeira und der mit dem Meer verbundenen Berufe. In späteren Jahren wurde das Dorfmuseum durch den Bau eines dritten Bereichs verbessert, der wie eine Burg ummauert war und einen Kinderpark mit einigen landwirtschaftlichen Geräten enthielt, die die Kinder frei bewegen konnten.
Heute wird diese kleine Welt, die von José Francos Händen geformt wurde (er starb 2009), jedes Jahr von Tausenden von Menschen besucht. Und neben der Ausstellung der Figuren im Museum, die ihm gewidmet waren, finden die Besucher lebensgroße Nachbildungen von Burgmauern, Windmühlen, einen Kinderpark, einen kleinen Weinkeller, in dem man die Weine der Region probieren kann, und sogar eine Bäckerei, in der man das berühmte Brot mit Chouriço und andere Produkte kaufen kann. Das José Franco-Dorf ist die Frucht einer lebenslangen Hingabe an die raffinierte traditionelle Tätigkeit der Töpferei und zeigt die reiche handwerkliche Kultur der Gemeinde Mafra.