Istiqlal-Moschee
Istiqlal-Moschee – Symbol der indonesischen Unabhängigkeit
1953, kurz nach der Unabhängigkeit, versammelten sich islamische Führer, um die Idee für den Bau einer Moschee zu entwickeln. Damals trafen sich islamische Persönlichkeiten wie Wahid Hasyim, Agus Salim, Anwar Tjokroaminoto und verschiedene andere Akteure der Gesellschaft mit dem Hauptziel, eine Moschee als Symbol der indonesischen Unabhängigkeit zu errichten. Ein Jahr später, am 7. Dezember 1954, wurde eine Stiftung gegründet, die als Komitee zur Errichtung einer Moschee fungierte. Zuvor hatte man sich auf den Namen „Istiqlal“ geeinigt, was auf Arabisch Unabhängigkeit bedeutet.
Die Stiftung für die Istiqlal-Moschee veranstaltete daraufhin einen Wettbewerb, um den idealen Entwurf einer Moschee zu finden, der die indonesische Unabhängigkeit repräsentieren sollte. An dem Wettbewerb, der 1955 stattfand, nahmen 30 Teilnehmer teil, von denen jedoch nur 27 ein Bild einreichten. Nach einer erneuten Auswahl wurden 22 geeignete Teilnehmer ausgewählt. Aus diesen 22 Teilnehmern wurden die fünf besten ausgewählt. Schließlich fiel die Wahl auf den Architekten eines blutigen Batak namens Frederich Silaban. Interessanterweise ist Frederich Silaban Christ.
Der Bau der Istiqlal-Moschee dauerte bis zu 17 Jahre. Die Bauzeit begann 1961 unter der Regierung Sukarnos und wurde 1978 unter Soeharto abgeschlossen. Die Istiqlal-Moschee erstreckt sich über eine Fläche von 9,5 Hektar. Das Gelände umfasst das Moscheegebäude, den Garten, den Parkplatz und einen Springbrunnenteich. Das Moscheegebäude selbst besteht aus mehreren Teilen: dem Hauptgebäude, dem Vorbau, der riesigen Terrasse, dem Turm und dem Erdgeschoss.
Das Hauptgeschoss der Istiqlal-Moschee bietet Platz für bis zu 16.000 Gläubige. Rechts, links und hinten befindet sich ein fünfstöckiges Gebäude, das bis zu 61.000 Pilgern Platz bietet. Im Erdgeschoss der Moschee befinden sich zwölf Säulen, deren Zahl dem Geburtsdatum des Propheten Muhammad (saw) entspricht: 12 Rabi'ul Awwal. Die Säulen stützen die 45 Meter durchmessende Hauptkuppel der Moschee, die an die Unabhängigkeit Indonesiens erinnert. An ihrer Seite sind ein Stuhlvers und ein Brief von Al-Ikhlas eingraviert.
Die Vorderseite des Erdgeschosses ist mit Marmor und Kalligrafie verziert. Links und rechts sind Lafadz Allah und Muhammad zu sehen. In einem weiteren Raum, genauer gesagt in der Mitte, befindet sich eine zweisätzige Kalligrafie der Schahada. Direkt darunter befinden sich der Mihrab und die Kanzel, die üblicherweise beim Freitags- oder Eid-Gebet verwendet werden. Im hinteren Teil des Erdgeschosses, der zum Hauptgebäude gehört, befindet sich ein Vorbau, der als Verbindungsgeschoss dient.