Nguyen Thien Thuat Wohngebäude
Dieser ganze Block ist wie ein lebendiges Archiv des alten Saigon. Keine Filter, keine Gentrifizierung, einfach pures Leben, das sich in Schichten abspielt. Man kommt herein und der Lärm wird leiser: nicht still, einfach nur … bewohnt.
Der Klassiker der Architektur: französisch inspirierte Gerippe, Betonwände, lange, schmale Treppen, offene Gänge, auf denen Menschen sitzen, chillen, tratschen, ein Nickerchen machen, Pflanzen gießen, Fleisch grillen … manchmal alles gleichzeitig. Man hört Radios mit Cải Lương, riecht drei Stockwerke tiefer etwas Bratendes und sieht jemanden einen Benzintank die Treppe hochtragen, als wäre es nichts Besonderes.
Was ich am meisten liebe, ist, dass es sich echt anfühlt. Nicht für Touristen kuratiert, nicht protzig: einfach Menschen, die so leben, wie sie es schon immer getan haben, mit Balkonen voller Pflanzen und verworrenen Stromkabeln wie urbane Ranken. Und der Blick von den oberen Stockwerken? Saigon zur goldenen Stunde durch die Wäscheleinen. Schön auf die chaotischste, menschlichste Art.