Rathaus
Das Rathaus wurde zwischen 1769 und 1779 erbaut. Der Bau dauerte zehn Jahre. Als man sich entschied, das Rathaus zu bauen, wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben und 62 Vorschläge wurden eingereicht. Der Gewinner dieses Wettbewerbs war Thomas Cooley, ein junger Architekt aus London. Zu dieser Zeit wäre James Gandon der Hauptarchitekt in Dublin gewesen, aber seine Entwürfe belegten den zweiten Platz im Wettbewerb. Thomas Cooley wurde auch der Bau der Four Courts angeboten, doch im Alter von 44 Jahren wurde er krank und starb, und so wurde James Gandon der Hauptarchitekt beim Bau der Four Courts. Wenn Sie an die Decke schauen, werden Sie eine Buntglaskuppel sehen, die ursprünglich offen bleiben sollte, ähnlich wie das Pantheon, doch da wir in Irland sind und es so oft regnet, entschied man sich, sie abzudecken. Die Steinarbeiten wurden von einem Deutschen namens Simon Vierpyl ausgeführt, und der Stuckateur, der für die Vergoldung verantwortlich war, war ein Mann namens Charles Thorpe. Als das Rathaus ursprünglich gebaut wurde, hieß es The Royal Exchange. Hierher kam man, um irische Punt in englische Pfund umzutauschen. Hier trafen sich Kaufleute und Gildenmitglieder, um ihre Handelsgeschäfte zu besprechen. Wenn Sie durch die Westtür auf die Castle Street blicken, sehen Sie, wo sich die Banken befanden, und wenn Sie aus den Fenstern nach Osten schauen, sehen Sie, wo der Handel stattfand. Drüben beim Olympia Theatre wurden Schulden eingetrieben. Dies war im späten 18. Jahrhundert wirklich ein Epizentrum des Handels in Dublin. Die Wide Streets Commission nutzte das Gebäude in den späten 1780er und 1790er Jahren, um sich zu treffen und die Planung der Stadt zu besprechen. Wenn Sie um den äußeren Ring der Rotunde herumgehen, werden Sie feststellen, dass es ein deutliches Echo gibt. Dies wurde absichtlich so gemacht. Als Thomas Cooley das Gebäude entwarf, entwarf er es so, dass das Echo private Gespräche dämpfte, die beim Umhergehen im Raum geführt wurden. Im Obergeschoss, in dem, was heute die Ratskammern sind, gab es Kaffeeräume. Die Kaffeehauskultur war im Dublin des 18. und 19. Jahrhunderts sehr beliebt. Kaffee war ein Luxusartikel und daher sehr teuer, was ihn damals sehr in Mode brachte. Im Jahr 1800 wurde der Act of Union eingeführt, der verheerende Auswirkungen auf die Wirtschaft Dublins hatte, und 1827 wurde die Währung amalgamiert. Das Gebäude geriet außer Gebrauch und wurde dann vermietet. Hier hielt O’Connell tatsächlich seine erste öffentliche Ansprache zum Act of Union, und es ist eine seiner berühmtesten Ansprachen. Im Jahr 1852 wurde dieses Gebäude vom Dublin City Council gekauft und es wurden Trennwände für die Privatsphäre angebracht. Seitdem, in den Jahren 1998-2000, hat der Dublin City Council das Gebäude im Rahmen eines Sanierungsplans für das neue Jahrtausend in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt.