Mihintale
Acht Meilen (12,875 km) östlich von Anuradhapura, nahe der Straße Anuradhapura – Trincomalee, liegt der 300 m hohe „Missaka Pabbata“, einer der Gipfel einer Gebirgskette.
Laut Dipavamsa und Mahavamsa kam Thera Mahinda am Vollmondtag des Monats Poson (Juni) aus Indien nach Sri Lanka, traf König Devanampiyatissa und das Volk und predigte die Lehre. Der traditionelle Ort, an dem dieses Treffen stattfand, wird von den Buddhisten Sri Lankas verehrt. Daher pilgern Buddhisten im Monat Poson nach Anuradhapura und Mihintale.
„Mahinda“ war der Sohn des indischen Kaisers Ashoka. König Ashoka nahm den Buddhismus an, nachdem er von einem sehr kleinen Mönch namens „Nigrodha“ inspiriert worden war. Der König, der in großem Elend war, nachdem er die Verluste an Menschenleben durch seine Kriege zur Ausweitung seines Reiches gesehen hatte, war von der friedlichen Miene eines so jungen Mönches beeindruckt. Die Begegnung mit diesem jungen Mönch markierte einen Wendepunkt in seinem Leben und er sagte sich fortan von Kriegen los. Er war entschlossen, die Botschaft des Friedens zu verbreiten und die Auswirkungen der Schäden, die er durch seine Kriegsführung verursacht hatte, zu neutralisieren. Infolgedessen wurden sowohl sein Sohn als auch seine Tochter zu Schülern Buddhas ordiniert und erlangten als Arahats Erleuchtung. In seinem Bestreben, die Botschaft des Friedens statt des Krieges zu verbreiten, schickte er seinen Sohn Mahinda auf die Insel Lanka, die auch als „Sinhalé“ bekannt war. Diese Insel wurde von seinem Brieffreund König Devanampiyatissa regiert. So war „Mahinda“ der ausschließlich indische Name, der in Singhalesisch allgemein als „Mihindu“ im lokalen Volksmund „Sinhala“ bekannt wurde.
In Singhalesisch bedeutet Mihin-Thalé wörtlich „Hochebene von Mihindu“. Dieses Plateau ist das flache Gelände auf einem Hügel, von dem aus Arahat Mihindu König Devanampiyatissa mit seinem Vornamen angerufen haben soll, um ihn davon abzuhalten, einen Hirsch in der Flucht zu erschießen. „Mihin Thalé“ ist also ein spezifisch singhalesischer Begriff. So wurde der Ort im lokalen Dialekt „Singhalesisch“ genannt und wird es auch heute noch. Eine Untersuchung des lokalen Dialekts wird dafür reichlich Beweise liefern.
Man sagt, er hieß Cetiyagiri oder Sagiri, obwohl er allgemein eher als Mihintale bekannt war – die Wiege des Buddhismus in Sri Lanka.
Seit der Antike wurden zahlreiche große Stufen gebaut, um Mihintale zu erklimmen. Es heißt, König Devanampiyatissa habe ein Vihara und 68 Höhlen für die Bhikkhus errichtet. In Mihintale entstanden nach und nach eine Reihe buddhistischer Viharas mit all den Nebengebäuden, die für Klöster dieser Zeit charakteristisch waren.